• Ev.-luth. St. Marien Kirchengemeinde - Isenbüttel

Andachtsblatt für Karfreitag und Ostern


Die hohen christlichen Festtage:

Karfreitag und Ostern

„Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.“
(aus dem Evang. Gesangbuch Nr. 98: Korn das in die Erde)

Auf den Feldern ist aufgelaufenes Saatgut schon zu sehen.

Die Wärme lockt Keimlinge hervor und Büsche und Bäume zeigen ihre Blütenpracht. Wer einen Ertrag haben möchte, der muss zur rechten Zeit säen, nachdem er zuvor den Boden vorbereitet hat.

Karfreitag (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der Freitag vor Ostern, der auch als stiller oder hoher Freitag bezeichnet wird. Christen erinnern zwar an diesem Tag an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz, doch am dritten Tag nach der Kreuzigung wurde alles anders, alles neu: Die Liebe Gottes setzte sich durch im Sieg Jesu Christi über den Tod. Christus ist auferstanden – die Hoffnung unseres Lebens.

Der Bibelspruch zum Karfreitag und Ostern: 

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstibt, bringt es viel Frucht. (Johnannes 12,24)

Wir erleben in unserem Land in diesem Jahr eine ungewöhnliche Passions- und Osterzeit, in der es sehr ein aufmerksames und rücksichtsvolles Mit-einander ankommt. Abstand halten ist gefragt, wo Nähe uns sonst guttut. Wir sind aufgefordert, Einkäufe mit Augenmaß und Verstand zu tätigen, damit für alle das Lebensnotwendige vorhanden bleibt.

Wir hören von Ärzten, Pflegekräften und medizinischem Personal, von Mitarbeitern in Kranken- und Rettungswagen, Feuerwehren, Ordnungskräften und Mitarbeitern im Einzel- und Großhandel und von Mitarbeitern im Post- und Paketversand, die in diesen Wochen sehr viel zu tun haben, z.T. unter schwierigen Bedingungen, im Einsatz sind für andere, oft mit unzureichenden Selbstschutz-Möglichkeiten.

Wie viele Opfer der Corona-Pandemie es noch geben wird, kann niemand sagen und wann die Vorsichtsmaßnahmen gelockert werden können, auch nicht. Wir brauchen Geduld, rücksichtsvolle Liebe und Achtsamkeit. Eine Gesellschaft lernt ganz neu den Blick auf diejenigen zu richten, die zu den Risikogruppen gezählt werden. Nur gemeinsam, in gegenseitiger Hilfe werden wir diese Krise meistern können.

Uns wird jetzt erst bewusst, wie wichtig es ist, dass die regionale Wirtschaft, das Handwerk, die Landwirtschaft und unser inländisches Gesundheitssystem auf ein stabiles Fundament gestellt werden, das nicht abhängig ist von Firmen, die im Ausland billiger und unter Menschenunwürdigen Bedingungen produzieren.

Wenn die Corona-Krise etwas bewirkt, dann wenigstens dies Bewusstsein, dass der Profit und das Gewinnstreben und -steigerung nicht an erster Stelle stehen sollten, sondern die Frage nach Mitmenschlichkeit und einer fairen Bezahlung für alle Berufsgruppen, damit sich niemand an den Rand der Gesellschaft „gedrückt“ fühlt.

Einsatz für die anderen Menschen erfordert aber die Bereitschaft, mit anderen zu teilen, ihnen helfen, sie wahrnehmen und so den Egoismus ein Stück weit zu überwinden und Nächstenliebe im Umgang miteinander spüren zu lassen.

Lieben“ setzt voraus, dass wir bereit sind, uns für die Nächsten einzusetzen, ihnen etwas abzugeben von unserm Gut und Leben und sich selbst ein Stück weit hinzugeben für die, die Hilfe brauchen.

Von dieser Liebe als Hingabe handelt das Lied 98 in unserem Gesangbuch, das in drei Strophen im Bild des Samenkorns umschreibt, wie unter uns durch das Sterben und Auferstehen Jesu Hoffnung aufkeimt.

Im Kommentar der Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch heißt es in Heft 2, S. 63: „Dem Grundwort des christlichen Glaubens ´Liebe´ wird mit ´wächst´ ein dynamisches Prädikat mitgegeben, das sich im gleich anlautenden ´wie Weizen´ bildhaft erschließt. Das Schlusswort ´grün´ bildet ein weitergehendes Signal, dessen hoffnungsvoller Unterton mit dem Vorgang des Wachstums ins Verhältnis tritt. So wird ´Liebe´ nicht als fertige Größe vorgestellt, sondern in eine lebendige Bewegung einbezogen: So wächst Gottes Liebe.“

Im Kindergarten haben wir im vergangenen Jahr einen Ostergarten gestaltet, um den Kindern den Weg Jesu nach Jerusalem und darin sein Sterben und Auferstehen anschaulich zu machen.
(Bild rechts: Jesus am Kreuz)
(Bild unten: Jesus ist auferstanden)

Frank Eisel, P.

Fürbitten

Barmherziger Gott, lieber Vater. Wir bitten Dich um Ausdauer und

Geduld und um das nötige Vertrauen in Deine Macht.

Du hast der Welt gezeigt, dass Deine Liebe stärker ist als alle Mächte dieser Welt, wir danken Dir dafür.

Tröste alle, die einsam und krank und schenke allen Menschen in Deiner Liebe zu leben, die stärker ist als der Tod durch die Hoffnung des ewigen Lebens, in Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

Vaterunser

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Wort zum Palmsonntag


Sechster Sonntag in der Passionszeit – Palmsonntag

am 05. April 2020

 

(Altarkreuz St. Marien-Kirchengemeinde Isenbüttel. Foto: F. Eisel)

 

Der Bibelspruch für die kommende Woche:

Der Menschensohn muss erhöht werden,

auf dass alle, die an ihn glauben,

das ewige Leben haben. (Johnannes 3,14f.)

 

Die beiden Kreuze im Altarraum von St. Marien sprechen für sich

Die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde feiert ihre Feste in einem Kirchenraum, der selbst „predigt“. Die Künstler und Architekten haben sich etwas dabei gedacht, warum im Altarraum-Kreuz-Gewölbe zum einen das Lamm den Mittelpunkt über dem Altar bildet und auch warum sie am Übergang vom Altarraum zum Chorraum mit der Taube den Kreuzgewöl-be-Mittelpunkt markieren.

Das „Lamm Gottes“ ist das durchgängige Bild-Motiv, mit dem der Evange-list Johannes das Leben Jesus beschreibt. Es ist das erste Wort Johannes des Täufers über Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh.1,29). Und in der Darstellung des Evangeliums nach Johannes stirbt Jesus genau zu dem Zeitpunkt, als die Lämmer im Tempel für das Passa-Fest geschlachtet werden.

Auf dem Altar steht das schwarze Kreuz mit der Darstellung des Gekreu-zigten, das in sehr drastischer Weise das Leiden dessen darstellt, der am Kreuz hängt. Es gibt Brautpaare, die fragen, ob man dieses Kreuz nicht zur Trauung vom Altar nehmen könnte. Nein, das können wir nicht!

Das Kreuz gehört mitten hinein in die Verkündigung der Kirche – aber, und das versuche ich den Brautpaaren nahe zu bringen: Dieses schwarze Kreuz steht nicht alleine da. Hinter dem Kreuz nämlich ist das Kreuz als Lebens-baum zu erkennen – eine traditionelle Darstellung vom Leben aus dem Tod. So wie die grünen Zweige am Holz des Fluches sprossen, so grünt auch die Hoffnung des Leben aus dem Tod durch die Verkündigung der Auferstehung Jesu, wie sie uns die vier Evangelisten berichten.

Durch den Tod hindurch auf das Leben schauen – eine ganz starke Aussage unseres Altarraumes. Eine Perspektive, die ich liebe und schätze.

In der Mitte des Lebensbaumes ist das Lamm zu sehen, als Zentrum des Kreuzes. Dieses Lamm, das geschlachtet ist, trägt die Siegesfahne als Zeichen dafür, dass eben dieses Lamm für uns den Tod besiegt hat.

 

 

 

Das gleiche Motiv findet sich im Altargewölbe wieder, unter dem sich der Altar befindet, von dem aus im Abendmahl der Leib und das Blut Jesu Christi unter Brot und Wein verborgen ausgeteilt wird.

 

 

 

Um das Lamm herum befinden sich an den Enden des Kreuzes die vier Gestalten (vgl. Offenbarung 4,7f.) die in der Kunst mit den vier Evange-listen Matthäus (Menschengestalt), Markus (Löwe), Lukas (Stier), Johan-nes (Adler) verglichen werden. Sie werden von Engeln getragen.

 

Die beiden Kreuze machen dem Betrachter deutlich, dass die Verkündigung der Kirche sehr wohl weiß, dass Jesus Christus das Leiden kennt und er als Mensch einer von uns wurde, damit Gott durch ihn das Neue, das Große schaffen kann, nämlich das Leben aus dem Tod.

Deshalb spricht Jesus Christus im Wochenspruch zum Palmsonntag davon, dass der Menschensohn erhöht werden muss. Es war Gottes Wille, dass Jesus am Kreuz erhöht, Scham und Erniedrigung ertragen musste, damit er für uns den Tod besiegt. Durch seinen Tod und durch seine Auferstehung haben wir die Hoffnung auf das ewige Leben.

Das „predigt“ unsere Kirche, auch wenn zurzeit in ihr nicht gepredigt wird und keine Gottesdienste gefeiert werden können.

Wir alle sollen wissen, dass in Gottes Liebe zu uns die Not und der Tod ein Ende haben sollen. In Jesus Christus haben wir Hoffnung. Darum lasst uns Gott um Beistand bitten, damit er der Not in unserer Welt ein Ende macht und uns hilft, diese Krise zu überwinden.

Dazu läuten wir jeden Tag um 18.00 h die Kirchenglocken. Bitte helfen und beten Sie mit, dass wir diese Krisenzeit gemeinsam bewältigen in bewusster Wahrnehmung für das Leben, das uns grünt in Jesus Christus, unserm Herrn. 

Frank Eisel, P.

Fürbitten

Barmherziger Gott, lieber Vater. Wir bitten Dich um Ausdauer und

Geduld und um das nötige Vertrauen in Deine Macht. Du zeigst der Welt durch den Corona-Virus, dass wir das Leben nicht im Griff haben, auch wenn wir uns noch so sicher und stark glauben.

Tröste die Einsamen, steh den Kranken bei und schenke denen, die auf ihr Ende zugehen oder um einen lieben Menschen trauern die Hoffnung des ewigen Lebens. Durch Jesus Christus unsern Herrn, der vom Tod erstanden, in der Einheit mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert

in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.