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Andachtsblatt für den ersten Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20 – Ev.-luth. St. Marien Kirchengemeinde – Isenbüttel

Andachtsblatt für den ersten Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20

Andachtsblatt für den ersten Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20

Erster Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20

„Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.      (1. Petrus 1,3)

                                                                                                                                    

Wir kommen von Ostern her. Durch die Auferstehung Jesu ist Neues geworden. Neue Wege liegen vor uns … doch welche Wege werden es sein? Welche Zeiten der „Übergänge“ müssen wir noch überstehen?Werden wir sicher über die vorhandenen Brücken und ungewiss erscheinende Wege gehen, die andere für uns bereiten? –

Wir leben in einem Ausnahmezustand, wie ihn unser Land noch nie erlebt hat. Uns wird bewusst, wie wenig wir durch das Corona-Virus unsere Lebensplanung und unsern Lebensweg überschauen können.

In Südafrika kamen wir mit dem Auto oder auch zu Fuß an Brücken, bei denen wir uns fragten, ob die auch wirklich halten. Wir staunten über Menschen, die fröhlich und ganz selbstverständlich über sie fuhren oder liefen, schwer beladen oder bepackt und die gerade dadurch unsere Bedenken zerstreuten und uns Mut machten, diese Brücken auch zu nutzen. Viele von uns haben gerne Sicherheiten und sehen vor lauter Bedenken und Überlegungen oft mehr die Probleme und Schwierigkeiten, als die Möglichkeiten, die sich uns bieten.

Den Blick nach oben erheben, Zuversicht haben und darauf vertrauen, dass wir nicht alleine sind, sondern gemeinsam auf dem Weg sind mit einem Gott, der uns den Weg in Jesus Christus frei gemacht hat und weiterhin ebnet – dazu redet Gott zu uns, damit wir mutiger werden und uns nicht „runterziehen lassen“ von den dauernden Negativmeldungen in unseren öffentlichen Medien.

Echte Probleme“ erleben Menschen an den Grenzen Europas oder in den Ländern, in denen ohnehin schon Not herrscht und in denen die Leute der Corona-Pandemie schutzlos ausgeliefert sind und die kaum eine Möglichkeit haben, sich dagegen zu schützen. Wer in unserem Land jetzt jammert – allen voran die großen Konzerne, die im vergangenen Jahr noch Rekord-Milliarden-Gewinne eingefahren haben, legen eine verschobene Wirklichkeitswahrnehmung              an den Tag.

Darum werden wir an diesem Sonntag aufgefordert, unsern Blick nach oben zu richten, weg vom klein-klein unseres Alltags, hin auf den Gott, der unser Leben in seiner Hand hält.

 

Durch den Propheten Jesaja (Kap. 40) hören wir (Predigttext):

„26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.  27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?  28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.  29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.  30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Also: Augen auf, nehmt wahr, was Gott geschaffen hat!

Wir glauben, dass der Gott, der die Welt geschaffen hat, insbesondere in Krisen seine Kraft und Stärke gezeigt hat, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Sollte es für Gott da nicht ein kleines sein, uns auch in dieser gegenwärtigen Corona-Krise Wege zu zeigen, die wir gehen können in Respekt, in Achtung und Liebe gegenüber denjenigen, die gerade jetzt Aufmerksamkeit und Beachtung brauchen?

Augen auf, nehmt wahr, was Ihr hört und seht!

Auch wenn wir nicht alles verstehen, was Gott geschehen lässt, Gott lässt nicht nach, er wird nicht müde, zu helfen. Er gibt dazu den Müden Kraft und denen, die an ihre Grenzen kommen schenkt er Ausdauer, damit sie diejenigen begleiten können, die Hilfe nötig haben. Nicht die Kraft und Stärke der Menschen, scheinen sie vor den Augen der Welt auch noch so dynamisch und mächtig, wird es zum Überwinden von Krisenzeiten kommen, sondern durch das Vertrauen auf Gott. „Die auf ihn harren“ – die geduldig auf Gottes Stärke bauen und tun, was in ihrer Macht steht, werden neue Kraft bekommen, aufsteigen, wie Adler, ausdauernd, wie Läufer, die nicht müde werden.

Wir kennen die Marathonstrecke nicht, die vor uns liegt, aber wir haben Gottes Zusage, dass er uns helfen kann und helfen will, wenn wir zuerst auf IHN sehen und auf unsere Nächsten – und sie und Gott achten  und lieben in Jesus Christus.

Pastor F. Eisel

 

Fürbitten

 „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Lass mich auf Deine Brücken trauen und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen, wo alle tiefe Gräben sehn.

Ich möchte über Zäune schauen und über hohe Mauern gehn.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt.“     

Herr, gib mir Geduld und Ausdauer, die Zeit der Corona-Krise zu überstehen

und lass mich die Menschen wahrnehmen, die meine Hilfe brauchen.

Herr, schenke uns offene Augen für Deine Wege und Brücken,

die Du für uns gebaut hast und täglich baust

und hilf uns die Gräben in unseren Köpfen und Herzen zu überwinden.

Herr, hilf den Rettungskräften und den Pflegenden,

dass sie die Kraft behalten, denen beizustehen, die ihre Hilfe brauchen.

Herr, stärke die Müden und Verzagten, dass sie Vertrauen in Dich setzen

und auf die Kraft der Liebe und der Rücksichtnahme.

Herr, tröste alle, die einsam oder krank sind,

alle, die um den Verlust eines lieben Menschen trauern

und schenke ihnen und uns Lebens-Hoffnung, die durchträgt, in Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

 

Vaterunser, …

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 Orgelgrüße zu Ostern

Dagmar Nehmer

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