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Wort zum Palmsonntag – Ev.-luth. St. Marien Kirchengemeinde – Isenbüttel

Wort zum Palmsonntag

Wort zum Palmsonntag


Sechster Sonntag in der Passionszeit – Palmsonntag

am 05. April 2020

 

(Altarkreuz St. Marien-Kirchengemeinde Isenbüttel. Foto: F. Eisel)

 

Der Bibelspruch für die kommende Woche:

Der Menschensohn muss erhöht werden,

auf dass alle, die an ihn glauben,

das ewige Leben haben. (Johnannes 3,14f.)

 

Die beiden Kreuze im Altarraum von St. Marien sprechen für sich

Die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde feiert ihre Feste in einem Kirchenraum, der selbst „predigt“. Die Künstler und Architekten haben sich etwas dabei gedacht, warum im Altarraum-Kreuz-Gewölbe zum einen das Lamm den Mittelpunkt über dem Altar bildet und auch warum sie am Übergang vom Altarraum zum Chorraum mit der Taube den Kreuzgewöl-be-Mittelpunkt markieren.

Das „Lamm Gottes“ ist das durchgängige Bild-Motiv, mit dem der Evange-list Johannes das Leben Jesus beschreibt. Es ist das erste Wort Johannes des Täufers über Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh.1,29). Und in der Darstellung des Evangeliums nach Johannes stirbt Jesus genau zu dem Zeitpunkt, als die Lämmer im Tempel für das Passa-Fest geschlachtet werden.

Auf dem Altar steht das schwarze Kreuz mit der Darstellung des Gekreu-zigten, das in sehr drastischer Weise das Leiden dessen darstellt, der am Kreuz hängt. Es gibt Brautpaare, die fragen, ob man dieses Kreuz nicht zur Trauung vom Altar nehmen könnte. Nein, das können wir nicht!

Das Kreuz gehört mitten hinein in die Verkündigung der Kirche – aber, und das versuche ich den Brautpaaren nahe zu bringen: Dieses schwarze Kreuz steht nicht alleine da. Hinter dem Kreuz nämlich ist das Kreuz als Lebens-baum zu erkennen – eine traditionelle Darstellung vom Leben aus dem Tod. So wie die grünen Zweige am Holz des Fluches sprossen, so grünt auch die Hoffnung des Leben aus dem Tod durch die Verkündigung der Auferstehung Jesu, wie sie uns die vier Evangelisten berichten.

Durch den Tod hindurch auf das Leben schauen – eine ganz starke Aussage unseres Altarraumes. Eine Perspektive, die ich liebe und schätze.

In der Mitte des Lebensbaumes ist das Lamm zu sehen, als Zentrum des Kreuzes. Dieses Lamm, das geschlachtet ist, trägt die Siegesfahne als Zeichen dafür, dass eben dieses Lamm für uns den Tod besiegt hat.

 

 

 

Das gleiche Motiv findet sich im Altargewölbe wieder, unter dem sich der Altar befindet, von dem aus im Abendmahl der Leib und das Blut Jesu Christi unter Brot und Wein verborgen ausgeteilt wird.

 

 

 

Um das Lamm herum befinden sich an den Enden des Kreuzes die vier Gestalten (vgl. Offenbarung 4,7f.) die in der Kunst mit den vier Evange-listen Matthäus (Menschengestalt), Markus (Löwe), Lukas (Stier), Johan-nes (Adler) verglichen werden. Sie werden von Engeln getragen.

 

Die beiden Kreuze machen dem Betrachter deutlich, dass die Verkündigung der Kirche sehr wohl weiß, dass Jesus Christus das Leiden kennt und er als Mensch einer von uns wurde, damit Gott durch ihn das Neue, das Große schaffen kann, nämlich das Leben aus dem Tod.

Deshalb spricht Jesus Christus im Wochenspruch zum Palmsonntag davon, dass der Menschensohn erhöht werden muss. Es war Gottes Wille, dass Jesus am Kreuz erhöht, Scham und Erniedrigung ertragen musste, damit er für uns den Tod besiegt. Durch seinen Tod und durch seine Auferstehung haben wir die Hoffnung auf das ewige Leben.

Das „predigt“ unsere Kirche, auch wenn zurzeit in ihr nicht gepredigt wird und keine Gottesdienste gefeiert werden können.

Wir alle sollen wissen, dass in Gottes Liebe zu uns die Not und der Tod ein Ende haben sollen. In Jesus Christus haben wir Hoffnung. Darum lasst uns Gott um Beistand bitten, damit er der Not in unserer Welt ein Ende macht und uns hilft, diese Krise zu überwinden.

Dazu läuten wir jeden Tag um 18.00 h die Kirchenglocken. Bitte helfen und beten Sie mit, dass wir diese Krisenzeit gemeinsam bewältigen in bewusster Wahrnehmung für das Leben, das uns grünt in Jesus Christus, unserm Herrn. 

Frank Eisel, P.

Fürbitten

Barmherziger Gott, lieber Vater. Wir bitten Dich um Ausdauer und

Geduld und um das nötige Vertrauen in Deine Macht. Du zeigst der Welt durch den Corona-Virus, dass wir das Leben nicht im Griff haben, auch wenn wir uns noch so sicher und stark glauben.

Tröste die Einsamen, steh den Kranken bei und schenke denen, die auf ihr Ende zugehen oder um einen lieben Menschen trauern die Hoffnung des ewigen Lebens. Durch Jesus Christus unsern Herrn, der vom Tod erstanden, in der Einheit mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert

in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Frank Eisel

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