• Ev.-luth. St. Marien Kirchengemeinde - Isenbüttel
April 2020 – Ev.-luth. St. Marien Kirchengemeinde – Isenbüttel

Archiv - 25.04.2020

Andachtsblatt P. Eisel zum 26.04.20


Zweiter Sonntag nach Ostern:
Misericordias Domini, 26.04.20

Wochenspruch: Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“
(Johannes 10,11.27f.) 


Der gute Hirte geht seinen Schafen voraus. Er leitet und führt sie und sorgt dafür, dass sie Futter auf der Weide finden und Wasser zum Trinken.
Manche bezeichnen den 2. Sonntag nach Ostern als „Hirtensonntag“, weil Jesus, der gute Hirte im Zentrum der Verkündigung steht. Ist es da etwa eine Anmaßung, wenn Bischof Apollinaris sich in der Apsis der romanischen Basilica inmitten von Schafen in kunstvollen Mosaiken abbilden ließ? – Nein, ich denke nicht, denn er steht auf derselben Ebene, wie die Schafe um ihn und über ihnen allen steht Christus im Zentrum der Apsis–

zum einen verborgen in der Mitte des Kreuzes als Heil der Welt und …

zum andern als auferstandener Herr, der in den Himmel erhöht wurde und über der ganzen Welt steht –
alle Menschen aber leben gemeinsam unter ihm, dem einen guten Hirten.

 

So gibt es in der Kirche kein „oben und unten“, sondern nur den einen Herrn über allen, der durch sein Kreuz und seine Auferstehung die Voraussetzung für die Rettung und das Leben der Welt geschaffen hat.
Diesem Hirten nachzufolgen, darauf kommt es an. Wie aber gelingt ein Leben in der Nachfolge?

Petrus
, einer der Apostel Jesu, beschreibt das in seinem 1. Brief im Neuen Testament, der als Predigttext zum Sonntag Misericordias Domini vorgeschlagen ist (1. Petrus 2,21-25):
„Dazu seid ihr berufen, da Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen…“
Gott hat uns berufen, wir sind eingeladen mitzugehen, er möchte damit, dass wir hineingenommen werden in die Gemeinschaft der Gläubigen.Damit wir uns aber abschauen können, wie ein Lebensweg gelingen kann, hören wir im Neuen Testament von dem, was Jesus tat und sagte und seine „Anhänger“ nach ihm. An ihnen ein Beispiel zu nehmen in unserer Zeit, in unseren Lebensbedingungen und -bezügen, das ist die Kunst.

Das Wort „Vorbild“ ist mir zu abstrakt wiedergegeben. Hier ist davon die Rede, dass Christus mit seinem Reden und Tun uns etwas vorgezeichnet, vorgeschrieben hat, das wir nachmalen – so, wie die Erstklässler, die auf diese Weise die Schreibschrift lernen. Von ihm und auch von denen, die vor uns gelebt haben, können wir lernen, etwas „abkupfern“, wie Leben gelingen kann.

 

In einem zweiten Bildwort spricht Petrus von den „Fußstapfen“, denen die Christen nachfolgen sollen. Manchen sind Fußstapfen der „Vorgänger“ vielleicht zu groß, anderen wiederum zu klein – sie wollen eigene Wege gehen. Petrus macht deutlich: Wir betreten nicht als Pioniere ausgesprochen selten Neuland. Vor uns sind Menschen schon diese Wege gegangen, nach uns werden Menschen ähnliche oder gleiche Trampelpfade gehen.

Ein „Trampelpfad“ zeigt an, da ist schon jemand vor uns entlang gegangen, an diesem Pfad kann ich mich orientieren – der hat sich bewährt und wird mich durch unbekanntes Terrain führen. 

Jesus Christus gibt uns Hilfe und Orientierung, damit wir lernen, unseren Lebensweg zu finden und diesen auch „gebildet“ durch Christus in Krisenzeiten zu bestehen. Der gute Hirte ist da, Jesus ist uns nahe, weil er auferstanden ist und als Herr des Lebens ewig beim Vater ist – auch wenn wir ihn nicht genauso sehen können, wie seine Begleiter damals.
Wer ihm vertraut, sich an seinem Wort orientiert und bereit ist, eine christliche Lebensweise einzuüben und seine Wege mit Jesus zu gehen, wird nicht in die Irre gehen. Darüber hinaus haben wir die Hoffnung, dass uns der gute Hirte suchen wird und finden wird, wenn wir uns in irgendeiner Sache „verstiegen haben“ und uns wieder zurückbringt, zum guten „Hirten und Bischof eurer Seelen“ (1. Petrus 2,25).

F. Eisel

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du bist unser guter Hirte. Du kennst unseren Weg und weißt wohin uns diese Corona-Krise führen wird. Wir vertrauen auf Dich. Herr, in unserem Land macht sich die Ungeduld breit und viele Menschen sehnen sich zurück zum Normalzustand unserer Gesellschaft. Gib uns Geduld und Ausdauer, damit wir dazu beitragen, eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu vermeiden, indem wir in rücksichtsvoller Liebe miteinander umgehen und die schützen, die zu den Risikogruppen gehören.

Herr, sei bei den Rettungskräften und den Pflegenden. Schütze sie, dass sie sich nicht selbst infizieren und gib ihnen die Kraft, denen beizustehen, die ihre Hilfe und Zuwendung brauchen.Herr, zeige uns, wo wir helfen können und wie wir in Deiner Nachfolge unsern Nächsten Deine Liebe bezeugen können. Herr, tröste alle, die einsam oder krank sind, alle, die um den Verlust eines lieben Menschen trauern und schenke ihnen und uns Lebens-Hoffnung, weil Du mit uns gehst, uns den Weg zeigst und uns trägst, wenn unsere Kraft an ihre Grenzen kommt. Das bitten wir Dich, durch Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

Vaterunser, …

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen.

„Misericordias Domini in aeternum cantabo.“ – „Ich will singen, von der Gnade des Herrn“ (Ps 89,2)

Andachtsblatt für den ersten Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20

Erster Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti, 19.04.20

„Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.      (1. Petrus 1,3)

                                                                                                                                    

Wir kommen von Ostern her. Durch die Auferstehung Jesu ist Neues geworden. Neue Wege liegen vor uns … doch welche Wege werden es sein? Welche Zeiten der „Übergänge“ müssen wir noch überstehen?Werden wir sicher über die vorhandenen Brücken und ungewiss erscheinende Wege gehen, die andere für uns bereiten? –

Wir leben in einem Ausnahmezustand, wie ihn unser Land noch nie erlebt hat. Uns wird bewusst, wie wenig wir durch das Corona-Virus unsere Lebensplanung und unsern Lebensweg überschauen können.

In Südafrika kamen wir mit dem Auto oder auch zu Fuß an Brücken, bei denen wir uns fragten, ob die auch wirklich halten. Wir staunten über Menschen, die fröhlich und ganz selbstverständlich über sie fuhren oder liefen, schwer beladen oder bepackt und die gerade dadurch unsere Bedenken zerstreuten und uns Mut machten, diese Brücken auch zu nutzen. Viele von uns haben gerne Sicherheiten und sehen vor lauter Bedenken und Überlegungen oft mehr die Probleme und Schwierigkeiten, als die Möglichkeiten, die sich uns bieten.

Den Blick nach oben erheben, Zuversicht haben und darauf vertrauen, dass wir nicht alleine sind, sondern gemeinsam auf dem Weg sind mit einem Gott, der uns den Weg in Jesus Christus frei gemacht hat und weiterhin ebnet – dazu redet Gott zu uns, damit wir mutiger werden und uns nicht „runterziehen lassen“ von den dauernden Negativmeldungen in unseren öffentlichen Medien.

Echte Probleme“ erleben Menschen an den Grenzen Europas oder in den Ländern, in denen ohnehin schon Not herrscht und in denen die Leute der Corona-Pandemie schutzlos ausgeliefert sind und die kaum eine Möglichkeit haben, sich dagegen zu schützen. Wer in unserem Land jetzt jammert – allen voran die großen Konzerne, die im vergangenen Jahr noch Rekord-Milliarden-Gewinne eingefahren haben, legen eine verschobene Wirklichkeitswahrnehmung              an den Tag.

Darum werden wir an diesem Sonntag aufgefordert, unsern Blick nach oben zu richten, weg vom klein-klein unseres Alltags, hin auf den Gott, der unser Leben in seiner Hand hält.

 

Durch den Propheten Jesaja (Kap. 40) hören wir (Predigttext):

„26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.  27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?  28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.  29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.  30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Also: Augen auf, nehmt wahr, was Gott geschaffen hat!

Wir glauben, dass der Gott, der die Welt geschaffen hat, insbesondere in Krisen seine Kraft und Stärke gezeigt hat, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Sollte es für Gott da nicht ein kleines sein, uns auch in dieser gegenwärtigen Corona-Krise Wege zu zeigen, die wir gehen können in Respekt, in Achtung und Liebe gegenüber denjenigen, die gerade jetzt Aufmerksamkeit und Beachtung brauchen?

Augen auf, nehmt wahr, was Ihr hört und seht!

Auch wenn wir nicht alles verstehen, was Gott geschehen lässt, Gott lässt nicht nach, er wird nicht müde, zu helfen. Er gibt dazu den Müden Kraft und denen, die an ihre Grenzen kommen schenkt er Ausdauer, damit sie diejenigen begleiten können, die Hilfe nötig haben. Nicht die Kraft und Stärke der Menschen, scheinen sie vor den Augen der Welt auch noch so dynamisch und mächtig, wird es zum Überwinden von Krisenzeiten kommen, sondern durch das Vertrauen auf Gott. „Die auf ihn harren“ – die geduldig auf Gottes Stärke bauen und tun, was in ihrer Macht steht, werden neue Kraft bekommen, aufsteigen, wie Adler, ausdauernd, wie Läufer, die nicht müde werden.

Wir kennen die Marathonstrecke nicht, die vor uns liegt, aber wir haben Gottes Zusage, dass er uns helfen kann und helfen will, wenn wir zuerst auf IHN sehen und auf unsere Nächsten – und sie und Gott achten  und lieben in Jesus Christus.

Pastor F. Eisel

 

Fürbitten

 „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Lass mich auf Deine Brücken trauen und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen, wo alle tiefe Gräben sehn.

Ich möchte über Zäune schauen und über hohe Mauern gehn.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt.“     

Herr, gib mir Geduld und Ausdauer, die Zeit der Corona-Krise zu überstehen

und lass mich die Menschen wahrnehmen, die meine Hilfe brauchen.

Herr, schenke uns offene Augen für Deine Wege und Brücken,

die Du für uns gebaut hast und täglich baust

und hilf uns die Gräben in unseren Köpfen und Herzen zu überwinden.

Herr, hilf den Rettungskräften und den Pflegenden,

dass sie die Kraft behalten, denen beizustehen, die ihre Hilfe brauchen.

Herr, stärke die Müden und Verzagten, dass sie Vertrauen in Dich setzen

und auf die Kraft der Liebe und der Rücksichtnahme.

Herr, tröste alle, die einsam oder krank sind,

alle, die um den Verlust eines lieben Menschen trauern

und schenke ihnen und uns Lebens-Hoffnung, die durchträgt, in Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

 

Vaterunser, …

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 Orgelgrüße zu Ostern

Andachtsblatt für Karfreitag und Ostern


Die hohen christlichen Festtage:

Karfreitag und Ostern

„Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.“
(aus dem Evang. Gesangbuch Nr. 98: Korn das in die Erde)

Auf den Feldern ist aufgelaufenes Saatgut schon zu sehen.

Die Wärme lockt Keimlinge hervor und Büsche und Bäume zeigen ihre Blütenpracht. Wer einen Ertrag haben möchte, der muss zur rechten Zeit säen, nachdem er zuvor den Boden vorbereitet hat.

Karfreitag (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der Freitag vor Ostern, der auch als stiller oder hoher Freitag bezeichnet wird. Christen erinnern zwar an diesem Tag an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz, doch am dritten Tag nach der Kreuzigung wurde alles anders, alles neu: Die Liebe Gottes setzte sich durch im Sieg Jesu Christi über den Tod. Christus ist auferstanden – die Hoffnung unseres Lebens.

Der Bibelspruch zum Karfreitag und Ostern: 

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstibt, bringt es viel Frucht. (Johnannes 12,24)

Wir erleben in unserem Land in diesem Jahr eine ungewöhnliche Passions- und Osterzeit, in der es sehr ein aufmerksames und rücksichtsvolles Mit-einander ankommt. Abstand halten ist gefragt, wo Nähe uns sonst guttut. Wir sind aufgefordert, Einkäufe mit Augenmaß und Verstand zu tätigen, damit für alle das Lebensnotwendige vorhanden bleibt.

Wir hören von Ärzten, Pflegekräften und medizinischem Personal, von Mitarbeitern in Kranken- und Rettungswagen, Feuerwehren, Ordnungskräften und Mitarbeitern im Einzel- und Großhandel und von Mitarbeitern im Post- und Paketversand, die in diesen Wochen sehr viel zu tun haben, z.T. unter schwierigen Bedingungen, im Einsatz sind für andere, oft mit unzureichenden Selbstschutz-Möglichkeiten.

Wie viele Opfer der Corona-Pandemie es noch geben wird, kann niemand sagen und wann die Vorsichtsmaßnahmen gelockert werden können, auch nicht. Wir brauchen Geduld, rücksichtsvolle Liebe und Achtsamkeit. Eine Gesellschaft lernt ganz neu den Blick auf diejenigen zu richten, die zu den Risikogruppen gezählt werden. Nur gemeinsam, in gegenseitiger Hilfe werden wir diese Krise meistern können.

Uns wird jetzt erst bewusst, wie wichtig es ist, dass die regionale Wirtschaft, das Handwerk, die Landwirtschaft und unser inländisches Gesundheitssystem auf ein stabiles Fundament gestellt werden, das nicht abhängig ist von Firmen, die im Ausland billiger und unter Menschenunwürdigen Bedingungen produzieren.

Wenn die Corona-Krise etwas bewirkt, dann wenigstens dies Bewusstsein, dass der Profit und das Gewinnstreben und -steigerung nicht an erster Stelle stehen sollten, sondern die Frage nach Mitmenschlichkeit und einer fairen Bezahlung für alle Berufsgruppen, damit sich niemand an den Rand der Gesellschaft „gedrückt“ fühlt.

Einsatz für die anderen Menschen erfordert aber die Bereitschaft, mit anderen zu teilen, ihnen helfen, sie wahrnehmen und so den Egoismus ein Stück weit zu überwinden und Nächstenliebe im Umgang miteinander spüren zu lassen.

Lieben“ setzt voraus, dass wir bereit sind, uns für die Nächsten einzusetzen, ihnen etwas abzugeben von unserm Gut und Leben und sich selbst ein Stück weit hinzugeben für die, die Hilfe brauchen.

Von dieser Liebe als Hingabe handelt das Lied 98 in unserem Gesangbuch, das in drei Strophen im Bild des Samenkorns umschreibt, wie unter uns durch das Sterben und Auferstehen Jesu Hoffnung aufkeimt.

Im Kommentar der Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch heißt es in Heft 2, S. 63: „Dem Grundwort des christlichen Glaubens ´Liebe´ wird mit ´wächst´ ein dynamisches Prädikat mitgegeben, das sich im gleich anlautenden ´wie Weizen´ bildhaft erschließt. Das Schlusswort ´grün´ bildet ein weitergehendes Signal, dessen hoffnungsvoller Unterton mit dem Vorgang des Wachstums ins Verhältnis tritt. So wird ´Liebe´ nicht als fertige Größe vorgestellt, sondern in eine lebendige Bewegung einbezogen: So wächst Gottes Liebe.“

Im Kindergarten haben wir im vergangenen Jahr einen Ostergarten gestaltet, um den Kindern den Weg Jesu nach Jerusalem und darin sein Sterben und Auferstehen anschaulich zu machen.
(Bild rechts: Jesus am Kreuz)
(Bild unten: Jesus ist auferstanden)

Frank Eisel, P.

Fürbitten

Barmherziger Gott, lieber Vater. Wir bitten Dich um Ausdauer und

Geduld und um das nötige Vertrauen in Deine Macht.

Du hast der Welt gezeigt, dass Deine Liebe stärker ist als alle Mächte dieser Welt, wir danken Dir dafür.

Tröste alle, die einsam und krank und schenke allen Menschen in Deiner Liebe zu leben, die stärker ist als der Tod durch die Hoffnung des ewigen Lebens, in Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

Vaterunser

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Wort zum Palmsonntag


Sechster Sonntag in der Passionszeit – Palmsonntag

am 05. April 2020

 

(Altarkreuz St. Marien-Kirchengemeinde Isenbüttel. Foto: F. Eisel)

 

Der Bibelspruch für die kommende Woche:

Der Menschensohn muss erhöht werden,

auf dass alle, die an ihn glauben,

das ewige Leben haben. (Johnannes 3,14f.)

 

Die beiden Kreuze im Altarraum von St. Marien sprechen für sich

Die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde feiert ihre Feste in einem Kirchenraum, der selbst „predigt“. Die Künstler und Architekten haben sich etwas dabei gedacht, warum im Altarraum-Kreuz-Gewölbe zum einen das Lamm den Mittelpunkt über dem Altar bildet und auch warum sie am Übergang vom Altarraum zum Chorraum mit der Taube den Kreuzgewöl-be-Mittelpunkt markieren.

Das „Lamm Gottes“ ist das durchgängige Bild-Motiv, mit dem der Evange-list Johannes das Leben Jesus beschreibt. Es ist das erste Wort Johannes des Täufers über Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh.1,29). Und in der Darstellung des Evangeliums nach Johannes stirbt Jesus genau zu dem Zeitpunkt, als die Lämmer im Tempel für das Passa-Fest geschlachtet werden.

Auf dem Altar steht das schwarze Kreuz mit der Darstellung des Gekreu-zigten, das in sehr drastischer Weise das Leiden dessen darstellt, der am Kreuz hängt. Es gibt Brautpaare, die fragen, ob man dieses Kreuz nicht zur Trauung vom Altar nehmen könnte. Nein, das können wir nicht!

Das Kreuz gehört mitten hinein in die Verkündigung der Kirche – aber, und das versuche ich den Brautpaaren nahe zu bringen: Dieses schwarze Kreuz steht nicht alleine da. Hinter dem Kreuz nämlich ist das Kreuz als Lebens-baum zu erkennen – eine traditionelle Darstellung vom Leben aus dem Tod. So wie die grünen Zweige am Holz des Fluches sprossen, so grünt auch die Hoffnung des Leben aus dem Tod durch die Verkündigung der Auferstehung Jesu, wie sie uns die vier Evangelisten berichten.

Durch den Tod hindurch auf das Leben schauen – eine ganz starke Aussage unseres Altarraumes. Eine Perspektive, die ich liebe und schätze.

In der Mitte des Lebensbaumes ist das Lamm zu sehen, als Zentrum des Kreuzes. Dieses Lamm, das geschlachtet ist, trägt die Siegesfahne als Zeichen dafür, dass eben dieses Lamm für uns den Tod besiegt hat.

 

 

 

Das gleiche Motiv findet sich im Altargewölbe wieder, unter dem sich der Altar befindet, von dem aus im Abendmahl der Leib und das Blut Jesu Christi unter Brot und Wein verborgen ausgeteilt wird.

 

 

 

Um das Lamm herum befinden sich an den Enden des Kreuzes die vier Gestalten (vgl. Offenbarung 4,7f.) die in der Kunst mit den vier Evange-listen Matthäus (Menschengestalt), Markus (Löwe), Lukas (Stier), Johan-nes (Adler) verglichen werden. Sie werden von Engeln getragen.

 

Die beiden Kreuze machen dem Betrachter deutlich, dass die Verkündigung der Kirche sehr wohl weiß, dass Jesus Christus das Leiden kennt und er als Mensch einer von uns wurde, damit Gott durch ihn das Neue, das Große schaffen kann, nämlich das Leben aus dem Tod.

Deshalb spricht Jesus Christus im Wochenspruch zum Palmsonntag davon, dass der Menschensohn erhöht werden muss. Es war Gottes Wille, dass Jesus am Kreuz erhöht, Scham und Erniedrigung ertragen musste, damit er für uns den Tod besiegt. Durch seinen Tod und durch seine Auferstehung haben wir die Hoffnung auf das ewige Leben.

Das „predigt“ unsere Kirche, auch wenn zurzeit in ihr nicht gepredigt wird und keine Gottesdienste gefeiert werden können.

Wir alle sollen wissen, dass in Gottes Liebe zu uns die Not und der Tod ein Ende haben sollen. In Jesus Christus haben wir Hoffnung. Darum lasst uns Gott um Beistand bitten, damit er der Not in unserer Welt ein Ende macht und uns hilft, diese Krise zu überwinden.

Dazu läuten wir jeden Tag um 18.00 h die Kirchenglocken. Bitte helfen und beten Sie mit, dass wir diese Krisenzeit gemeinsam bewältigen in bewusster Wahrnehmung für das Leben, das uns grünt in Jesus Christus, unserm Herrn. 

Frank Eisel, P.

Fürbitten

Barmherziger Gott, lieber Vater. Wir bitten Dich um Ausdauer und

Geduld und um das nötige Vertrauen in Deine Macht. Du zeigst der Welt durch den Corona-Virus, dass wir das Leben nicht im Griff haben, auch wenn wir uns noch so sicher und stark glauben.

Tröste die Einsamen, steh den Kranken bei und schenke denen, die auf ihr Ende zugehen oder um einen lieben Menschen trauern die Hoffnung des ewigen Lebens. Durch Jesus Christus unsern Herrn, der vom Tod erstanden, in der Einheit mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert

in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.